Von Claudia Wittmann.
Fahre ich mit dem Zug nach Arbon und laufe die 10 Minuten zum Schlosshafen, denn wo sonst soll ein solch elegantes Schiff ihren Heimathafen haben, habe ich in meiner Vorstellung schon den typischen Ilmatar-Geruch in der Nase. Nicht wie bei anderen Schiffen muffig oder nach Diesel. Nein, es ist wie heimkommen, sobald ich den Kopf durch die Luke stecke.
Dieses Mal, um einmal mehr die Rundum mit der Göttin der Lüfte anzutreten. Mit an Bord eine gut gelaunte Crew und viel Verpflegung, denn ein Schiff mit Küche bietet kulinarisch tolle Möglichkeiten und immer genügend Nachschub an Koffein.



Zunächst kreuzen wir nach dem Start mit 150 anderen Schiffen aus unserer Gruppe geduldig von Lindau aus in vielen Stunden nach Romanshorn. Die Wolken über Romanshorn versprechen Wind und bescheren einen wunderbaren Sonnenuntergang.
Kurz vor der Boje Romanshorn und noch bevor es ganz eindunkelt können wir den Genaker setzen, um ein paar Plätze gutzumachen. Mit Bergeschlauch ist das Handling des Geni eine einfache Sache, auch im Regatta-Modus.
Nach Romanshorn bekommt die Ilmatar den Wind, der ihrem Namen Ehre macht. Sie legt sich entspannt auf die Seite und fährt wie auf Schienen mit halbem Wind nach Konstanz. Auf dem Weg nehmen wir ein paar kleine spannende Zweikämpfe an. Nach der Boje Konstanz frischt der Wind auf. Irgendwann ist die Segelfläche zu gross, nachdem ein Teil der Crew unten in den Kojen recht stark in die Seiten gedrängt wurde. Auf der Ilmatar ist Reffen eine der entspanntesten Tätigkeiten: Amwindkurs, alle Handgriffe vom Cockpit aus, ein bisschen Kurbeln und weiter geht es.
Um 4 Uhr 33 kommen wir nach 12 Stunden wieder in Lindau an, alle mit einem riesigen Lächeln im Gesicht. Anlegen im Päckchen, mit Bier und Brezel bei Sonnenaufgang die Zieleinläufe betrachten. Dann erst einmal ein paar Stunden schlafen, bevor wir mit Wind im Rücken nur mit dem Genacker wieder zurück nach Arbon fahren.
Wir sind froh, dass in Arbon der „Stinksteg“ so praktisch gelegen ist und schon bald steht die Ilmatar sauber und gut verpackt wieder auf ihrem Platz.
Ich habe gelernt, dass der besondere „Arrière étroit“ der Ilmatar im Gegensatz zum „Grand (L)arge“ moderner Cruiser irgendwie mit einem Zuckerlöffel „sugar scoop“ in Verbindung gebracht wird. Und ich erlebe bei ihr, wie auch bei anderen Schiffen mit schmalem Heck, welch wunderbare Segeleigenschaften diese haben. Die Tramontana am Lago Maggiore z.B. bescherte uns über manche Auffahrt ein paar wunderbare Segeltage.
Einfach ausprobieren…!
https://www.sailcom.ch/de/produkt/ilmatar/