Die Rollfock einfach einrollen. So wird’s gemacht!

Herrscht viel Wind, lässt sich die Rollfock oft schlecht aufrollen, ein Stück Tuch ist nicht bündig und flattert unangenehm. Auch stört, dass die Rollfock etwa auf den J70-Schiffen teilweise arg zerknittert ist. Was ist schief gelaufen?

von Roland Grieder.

Will man die Rollfock bergen, stören die Kräfte des Winds am Segel. Nach den ersten Drehungen zieht die Fockschot flacher, weil sich das Schothorn nach vorne entfernt hat. Der Wind verstärkt diese zunehmende Unbalance zwischen Unterliek und Achterliek. So wird die Fock am unteren Ende immer dichter eingewickelt, am oberen immer weniger eng. Daraus entstehen die losen Tuchteile oben am Vorstag.

Die Lösungsansätze ergeben sich direkt aus dieser Problembeschreibung.

• Bei achterlichem Wind einrollen. Wenn Windrichtung und Fahrtrichtung ähnlich sind, ist der scheinbare Wind und damit die Kraft auf die Fock deutlich kleiner.

• Mit der Fockschot Gegenzug zum Aufrollen geben. Dadurch wird das Segel oben wie unten gleichmässiger und dichter gewickelt.

• In der Ruhe vor dem Sturm mit dem Schothorn mitgehen und die Fockschot von Hand so führen, dass sie während des Einrollens ungefähr zur Mitte des Vorstags zeigt.

Eine zerknitterte Fock entsteht oft, wenn der Flaschenzug für das Fockfall vollständig gelöst wird. Ohne ausreichende Spannung fehlt der Zug, um das Segel sauber und glatt aufzuwickeln. Soll der Flaschenzug ganz gelöst werden, geschieht das erst nach dem vollständigen Einrollen der Fock.

Die Fock behält deutlich länger eine gute Form, wenn sie korrekt eingerollt wird. Als SailCom-Mitglieder und damit Mitbesitzende der Boote achten wir darauf.

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