{"id":60166,"date":"2026-01-31T23:12:03","date_gmt":"2026-01-31T22:12:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sailcom.ch\/?post_type=scm_magazin&#038;p=60166"},"modified":"2026-03-13T12:23:21","modified_gmt":"2026-03-13T11:23:21","slug":"das-trio-grossschott-baumniederholer-und-reibbalken-bzw-traveller","status":"publish","type":"scm_magazin","link":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/magazin\/das-trio-grossschott-baumniederholer-und-reibbalken-bzw-traveller\/","title":{"rendered":"Grossschot, Baumniederholer und Traveller"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"60166\" class=\"elementor elementor-60166\" data-elementor-post-type=\"scm_magazin\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-de02b89 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"de02b89\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-9d159b3 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"9d159b3\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Die Grossschot ist in den meisten Schiffen nicht am Boden des Cockpits befestigt, sondern an einem Schlitten auf einer Schiene, dem Reibbalken oder Traveler. Der Baumniederholer ist zwischen dem Baum und dem Mastfuss befestigt, damit er den Grossbaum unabh\u00e4ngig vom Seitenwinkel nach unten ziehen kann. Das Ziel ist klar. Der Grossbaum soll mit diesen drei Seilen optimal eingestellt werden. Die segelnde Person stellt sich die Frage, wann welches Seil zu bet\u00e4tigen ist und was optimal genau heisst.<\/strong><br \/><br \/>Um den Wirkungen dieses Trios auf den Grund zu gehen, muss man zuerst wissen, dass die drei Seile ihre Rollen \u00e4ndern. Am Wind sind diese anders verteilt als bei weniger hohen Kursen.<\/p><p>Am Wind ist der Traveler prim\u00e4r f\u00fcr den Seitenwinkel des Grossbaums zust\u00e4ndig, w\u00e4hrend die Grossschot den Baum nach unten zieht, um das Achterliek zu schliessen und damit den Twist, also die Verdrehung des Grosssegels, festzulegen. Der Baumniederholer spielt am Wind eine untergeordnete Rolle. Seine Hebelwirkung mit ung\u00fcnstigem Zugwinkel ist gemessen an den Kr\u00e4ften hoher Kurse zu gering. Zieht man am Wind mit roher Kraft am Niederholer, riskiert man Materialsch\u00e4den.<\/p><p>F\u00e4llt man ab, verl\u00e4sst der Baum bald einmal den Wirkbereich des Travelers. Man muss nun die Grossschot fieren, um den Baum seitlicher zu stellen. Damit ist der Traveler am Anschlag und die Grossschot \u00fcbernimmt prim\u00e4r die Aufgabe f\u00fcr den Seitenwinkel. Genau genommen steht die Grossschot am Ende des Travelers eher steil, so dass die Kraftkomponente nach unten noch wesentlich ist. Je weiter der Baum gefiert wird, desto flacher verl\u00e4uft die Schot und entsprechend weniger zieht sie nach unten. Hier springt der Baumniederholer ein. Seine Wirkung ist unabh\u00e4ngig vom Seitenwinkel des Baums.<\/p><p>F\u00fcr Regattierende gilt. Wenn der Traveler bereits am Anschlag ist, der Baumniederholer ganz gel\u00f6st, aber im Gross immer noch zu wenig Twist festzustellen ist, kann der Traveler nach Luv gefahren werden. Der flachere Winkel der Grossschot erlaubt es dem Baum zu steigen. Weniger Spannung am Achterliek f\u00fchrt zu mehr Twist.<\/p><p>Der Grossbaum ist optimal eingestellt, wenn die Windf\u00e4den am Achterliek des Grosssegels auswehen. Bei Schiffen mit langen B\u00e4umen wie einer J80 sollen die Windf\u00e4den \u00fcber 95 Prozent der Zeit vom Wind nach achtern geblasen werden. Mit den restlichen wenigen Prozenten zeigen sie laufend an, dass das Segel wirklich an der Str\u00f6mungsabrissgrenze eingestellt ist und maximalen Segeldruck erzeugt. Bei kurzen B\u00e4umen, etwa bei einer J70, kann etwas aggressiver gesegelt werden. Dabei beginnen die Windf\u00e4den sich periodisch auf der Leeseite nach vorne zu klappen. Das gemessene Optimum liegt bei etwa 10 bis maximal 20 Prozent Vorklappen. Verwirbelung bei Str\u00f6mungsabriss bremst. Empfehlungen f\u00fcr 25 bis 30 Prozent sind deshalb mit grosser Vorsicht zu betrachten und gelten nur f\u00fcr sehr spezifische Segelschnitte und mit Geschwindigkeitsmessung.<\/p><p><strong>Der Traveler nach der Segelschule<\/strong><\/p><p>Aus der Segelschule kennt man den Traveler oft in zentraler Stellung, ungenutzt. Gerade hoch am Wind w\u00e4re der Traveler jedoch n\u00fctzlich. Das Vorsegel nimmt man dicht. Das Gross wird grunds\u00e4tzlich mit gleichem Seitenwinkel eingestellt. Wenn man zu diesem Zweck nur die Grossschot festzieht, bewegt sich der Baum entgegen der eigentlichen Absicht fast nur nach unten. Das gestreckte Achterliek verhindert Twist. Beginnend am Top des Gross entsteht dadurch ein Str\u00f6mungsabriss, der eine lange bremsende Wirbelstrasse nach sich zieht. Mit dem Traveler kann man das Segel seitlich dichter nehmen. Die Traveler-Schiene ist bei den meisten Schiffen so lang, dass der maximale Anschlag nach Luv gerade passt.<\/p><p>Bei achterlichen Kursen l\u00e4sst man die Traveler-Leinen frei. Die Halse l\u00e4uft so effizienter ab. Man sollte jedoch daran denken, den Schwung des Baums mit der Grossschot in der Hand abzufangen. Regattierende ergreifen dazu idealerweise den gesamten Flaschenzug und ziehen mit ihrem Gewicht entgegen. Fahrtensegler halten meist das Schotseil, so dass der Flaschenzug zur D\u00e4mpfung beitr\u00e4gt.<\/p><p><strong>Den Twist einstellen<\/strong><\/p><p>Falls das Gross mehrere Windf\u00e4den auf unterschiedlichen H\u00f6hen hat, kann es sein, dass sich nicht alle F\u00e4den gleich verhalten. Der Wind wird auf Wasserh\u00f6he st\u00e4rker gebremst als auf Masth\u00f6he. Dadurch wird der scheinbare Wind zum Masttop hin immer seitlicher. Ein optimal getrimmtes Gross verdreht sich deshalb nach oben mit der jeweiligen Richtung des scheinbaren Winds. Diese Verdrehung, den Twist, stellt man mit vertikalem Zug auf den Grossbaum ein. Mehr Zug schliesst das Achterliek. Der Twist wird kleiner und die oberen Windf\u00e4den beginnen h\u00e4ufiger nach vorne zu klappen.<\/p><p>Auf manchen Schiffen ist nur der oberste Windfaden vorhanden. Das Vorgehen ist dann einfach. Zuerst stellt man das Vorliek unten am Gross genau in Windrichtung. Dabei geht man davon aus, dass der Segelbauch bereits optimal eingestellt ist. Danach zieht oder lockert man mit der Grossschot, beziehungsweise bei r\u00e4umlicheren Kursen mit dem Baumniederholer, den Baum so, dass der oberste Windfaden im gew\u00fcnschten Mass periodisch nach vorne klappt. Fehlt auch dieser Windfaden, bleibt nur Geschwindigkeitsmessung oder Segeln nach Beobachtung und Erfahrung. Im Zweifelsfall f\u00e4hrt man die Segel etwas zu locker mit etwas mehr Twist.<\/p><p><strong>B\u00f6en<\/strong><\/p><p>Windb\u00f6en am Wind f\u00e4ngt man zun\u00e4chst mit Anluven ab, weil der scheinbare Wind seitlicher einf\u00e4llt. Wenn das Schiff auf volle Fahrt getrimmt ist und eine harte B\u00f6e eintrifft, reagiert man mit dem Traveler. So bleibt das Segelprofil inklusive Twist erhalten. Nur der Winkel des Segels reduziert etwas Druck.<\/p><p>F\u00fcr Regattierende gilt zus\u00e4tzlich. Ist der Traveler bereits bei oder \u00fcber der Schiffsmitte, muss man die gerade Bahn des Travelers im Verh\u00e4ltnis zum Bogen des Grossbaums ber\u00fccksichtigen. Der Baum wird nach unten gezogen, das Gross wird abgeflacht und der Twist reduziert. Beim gleichzeitigen Fieren passt das gut, weil dadurch kein Flattern entsteht.<\/p><p>In allen anderen F\u00e4llen ist die Grossschot das Mittel der Wahl, um die Kr\u00e4ngung konstant zu halten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ziel von Grossschot, Baumniederholer und Traveller ist klar: Den Grossbaum in die optimale Position bringen, sowohl seitlich wie auch in der H\u00f6he.<br \/>\nDieser Artikel erl\u00e4utert, was &#8216;optimal&#8217; heisst und wie man vorgeht, um mit optimalem Trimm durch diese Elemente schneller und besser zu Segeln.<\/p>\n","protected":false},"author":3736,"featured_media":60779,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","scm_category":[495],"scm_tag":[614],"class_list":["post-60166","scm_magazin","type-scm_magazin","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","scm_category-segelpraxis","scm_tag-trimm"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60166","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/scm_magazin"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3736"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60166"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61339,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60166\/revisions\/61339"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60779"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"scm_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_category?post=60166"},{"taxonomy":"scm_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_tag?post=60166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}