{"id":60158,"date":"2026-01-31T23:03:28","date_gmt":"2026-01-31T22:03:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sailcom.ch\/?post_type=scm_magazin&#038;p=60158"},"modified":"2026-03-13T12:02:56","modified_gmt":"2026-03-13T11:02:56","slug":"das-achterstag","status":"publish","type":"scm_magazin","link":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/magazin\/das-achterstag\/","title":{"rendered":"Tipps zum Trimmen mit dem Achterstag"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"60158\" class=\"elementor elementor-60158\" data-elementor-post-type=\"scm_magazin\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-a2c1d52 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"a2c1d52\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-baa34d6 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"baa34d6\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Auf die Frage, welches Trimminstrument man behalten w\u00fcrde, wenn nur eines erlaubt ist, sagen viele Regattierer auf Langstrecken: Das Achterstag! Pr\u00e4zise geantwortet h\u00e4ngt das von den vorherrschenden Windrichtungen ab, aber die Antwort unterstreicht die Beliebtheit beziehungsweise Wirksamkeit. Der Grund liegt darin, dass das Achterstag, falls das Vorstag deutlich unterhalb des Masttops montiert ist, gleich mehrere g\u00fcnstige Wirkungen entfaltet. Mehr Twist, also Verdrehung eines Segels nach oben hin, ein flacherer Bauch im Gross sowie mehr Spannung am Vorstag f\u00fcr die Fock.<\/strong><\/p><p>Bei wenig Wind ist das Achterstag entspannt. Nimmt der Wind zu, ist zun\u00e4chst das Ziel, das Segel dem Windverlauf entlang des Masts anzupassen. Je weiter oben am Mast man misst, desto seitlicher weht der Wind. Nimmt der Wind weiter zu, zielt man darauf ab, die Kr\u00e4ngung zu reduzieren. Auf der Massnahmenseite muss das Segel aus der Perspektive des Windes flacher getrimmt werden. Eine zus\u00e4tzliche, doppelte Wirkung entsteht, wenn die wirksame Segelfl\u00e4che oben am Mast reduziert wird, also weniger Fl\u00e4che dort, wo die Hebelwirkung am gr\u00f6ssten ist. Um Segelfl\u00e4che des Grosssegels wegzutrimmen, reduziert man die Spannung am Achterliek. Das Segel kann dadurch nach oben dem Wind ausweichen beziehungsweise sich in Windrichtung wegdrehen.<\/p><p>Genau diese Effekte l\u00f6st das Achterstag aus. Durch die Mastbiegung in mittlerer H\u00f6he wird das Gross flach gezogen. Der nach achtern geneigte Mast entspannt das Achterliek, was dem Segel erlaubt sich zu twisten. Als Bonus wird das Vorstag gestreckt, was ebenfalls n\u00f6tig ist f\u00fcr eine gute Performance.<\/p><p>Beim Trimmen stellt sich jeweils die Frage nach dem Mass. Wichtig beim Gross ist, prim\u00e4r und hinsichtlich Achterstag insbesondere, dass das Vorliek in Windrichtung steht und der oberste Windfaden am Achterliek gerade noch nach hinten ausweht. Das heisst, er klappt nur selten im Lee nach vorne. Bei kurzen B\u00e4umen wie bei einer J70 etwa in 80 bis 90 Prozent der Zeit nach hinten, bei l\u00e4ngeren B\u00e4umen wie bei einer J80 \u00fcber 95 Prozent der Zeit. Zuerst zieht man also am Achterstag, bis sich die gew\u00fcnschte Segelform abzeichnet. Mit dem Cunningham streckt man den Segelbauch nach vorne und flacht das Segel weiter ab. Das ist die Grundeinstellung.<\/p><p>F\u00fcr das laufende Feinjustieren kann man den Twist mit dem Baumniederholer fein abstimmen oder am Wind, wenn man den Traveller nutzt, mit der Grossschot. Der Traveller definiert in diesem Modus prim\u00e4r den seitlichen Winkel des Baums, die Grossschot prim\u00e4r den horizontalen. Zieht man den Baum nach unten, schliesst sich das Achterliek, was den Twist reduziert, und umgekehrt. Den unteren Drittel des Segels zieht man mit dem Unterliekstrecker flacher.<\/p><p>Das Achterstag, daher die eingangs erw\u00e4hnte Beliebtheit, deckt also die prim\u00e4re Einstellung gem\u00e4ss Windst\u00e4rke ab. Da heutzutage Segel mit dem Mast als ein Gesamtsystem betrachtet und gerechnet werden, ist dieses System so dimensioniert, dass der eingezogene Grossbauch gerade gut zur Biegung am Masttop passt.<\/p><p>Bei st\u00fcrmischen Winden beginnt man den Baum nicht mehr nach der Windrichtung zu stellen, sondern nach der Kr\u00e4ngung. Die Gross-Trimmerin oder der Gross-Trimmer ist also laufend aktiv, um je nach B\u00f6ensituation die seitliche Lage des Schiffs konstant zu halten, gem\u00e4ss dem definierten Soll-Seitentrimm. Dabei kann das Gross ann\u00e4hernd seitlich zum Schiffsrumpf stehen. Das ist kein Problem und kann sinnvoll sein. In dieser Extremstellung dient das Gross prim\u00e4r als Balance, damit die nunmehr dominante Fock das Schiff nicht leegierig macht.<\/p><p>Wenn das Gross an die Grenze des Flatterns kommt, muss der Twist reduziert werden. Twist erlaubt dem oberen Segelbereich sich st\u00e4rker in den Wind zu stellen. Ein flaches Segel bleibt hingegen wichtig, damit ein m\u00f6glichst kleiner Beitrag zur Kr\u00e4ngung entsteht. Daraus ergibt sich beim Einsatz des Achterstags ein Zielkonflikt beziehungsweise ein Optimierungsproblem. Es wird mit wenig Achterstag gel\u00f6st, weil Flattern das Segel besch\u00e4digt.<\/p><p><strong>Also daran denken. Bei zunehmendem Wind mit dem Achterstag spannen, bis der Effekt bei Sturm nicht mehr ausreicht und mit dem Grossbaum depowered werden muss. Und zur\u00fcck im Hafen das Achterstag unbedingt wieder entspannen.<\/strong><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Achterstag ist ein Trimm-Mittel mit gleich drei erw\u00fcnschten Wirkungen, wenn der Wind auffrischt: Mehr Twist, ein flacheres Gross und ein gespannteres Vorstag. Eine der vielen Stellschrauben f\u00fcr besseres Segeln &#8211; Erfahre mehr \u00fcber dieses Trimminstrument in diesem Artikel.<\/p>\n","protected":false},"author":3736,"featured_media":60788,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","scm_category":[495],"scm_tag":[614],"class_list":["post-60158","scm_magazin","type-scm_magazin","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","scm_category-segelpraxis","scm_tag-trimm"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/scm_magazin"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3736"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60158"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61334,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60158\/revisions\/61334"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"scm_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_category?post=60158"},{"taxonomy":"scm_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/scm_tag?post=60158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}