{"id":60133,"date":"2026-01-31T22:45:37","date_gmt":"2026-01-31T21:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sailcom.ch\/?post_type=scm_magazin&#038;p=60133"},"modified":"2026-03-13T11:31:42","modified_gmt":"2026-03-13T10:31:42","slug":"bekannte-begriffe-unbekannter-ursprung-armada-breitseite","status":"publish","type":"scm_magazin","link":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/magazin\/bekannte-begriffe-unbekannter-ursprung-armada-breitseite\/","title":{"rendered":"Bekannte Begriffe, unbekannter Ursprung: Armada und Breitseite"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"60133\" class=\"elementor elementor-60133\" data-elementor-post-type=\"scm_magazin\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-520cdbc e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"520cdbc\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-37087b6 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"37087b6\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c715998 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"c715998\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p class=\"western\"><b><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Im 16. Jahrhundert unternahm England verdeckte marine Aktionen gegen Spanien, bis dessen K\u00f6nig Philipp II. wegen des grossen Schadens seine seinerzeit weltgr\u00f6sste Kriegsflotte mit schweren Galeonen erweitern liess. Damit beabsichtigte er, England zu erobern, K\u00f6nigin Elisabeth I. zu st\u00fcrzen und das Land zum Katholizismus zu zwingen. Die spanische Armada umfasste etwa 130 Schiffe und Tausende von Seeleuten. Die Engl\u00e4nder gewannen jedoch den Konflikt trotz zahlenm\u00e4ssiger Unterlegenheit \u2013 dank einer neuen Gefechtsstrategie und dem deutlich effektiveren Einsatz eines bereits bekannten Prinzips, der Breitseite.<\/span><\/b><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Unter einer Breitseite verstand man damals den nahezu gleichzeitigen Einsatz mehrerer Gesch\u00fctze, die entlang einer Schiffsseite angeordnet waren und quer zur Fahrtrichtung feuerten. So liess sich viel Feuerkraft auf ein Ziel konzentrieren. Die Breitseite war folglich eine <\/span><strong><span style=\"font-family: Arial, serif;\">strukturelle F\u00e4higkeit<\/span><\/strong><span style=\"font-family: Arial, serif;\">, die sich aus Schiffsbau, Gesch\u00fctzanordnung, Munitionierung und Ausbildung der Besatzung ergab.<\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\"><i>Seitlich feuernde Kanonen<\/i><\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Bereits seit dem fr\u00fchen 16. Jahrhundert f\u00fchrten portugiesische und spanische Schiffe seitlich montierte Kanonen. Doch deren Einsatz blieb meist unterst\u00fctzend, als Vorspann zum Entern, um den Gegner noch weiter zu schw\u00e4chen. Kanonen waren Unikate unterschiedlicher Kaliber, die Feuerrate gering und bis auf die Enter-Salve fehlte eine organisierte Feuerdisziplin. Das Gefecht auf See wurde als Nahkampf der Belegschaft von Schiffen ausgetragen. Eine Strategie, die auf die Anfangszeit der R\u00f6mer zur\u00fcckgeht, als diese gegen die Punier, auch Karthager genannt, k\u00e4mpften. <\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Der englische Seefahrer Francis Drake musste gegen die spanischen Armada, eine Streitkraft mit 130 Schiffen und einer deutlichen \u00dcbermacht an Soldaten, antreten. Aber wie? Als einer der ersten erkannte er das strategische Potential der Breitseite. Er perfektionierte sie und setzte sie nicht mehr f\u00fcr eine einmalige Salve ein, sondern als <\/span><strong><span style=\"font-family: Arial, serif;\">wiederholt einsetzbares Instrument<\/span><\/strong><span style=\"font-family: Arial, serif;\">, um ein gegnerisches Schiff schrittweise funktional kampfunf\u00e4hig zu machen. Dazu liess Drake nicht mehr auf die Besatzung, sondern auf das Ruder, die Takellage und Punkte entlang der Wasserlinie zielen.<\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Entsprechend beorderte Drake eine Flotte mit m\u00f6glichst einheitlichen Gesch\u00fctzen gleichen Kalibers, mit optimierter Feuergeschwindigkeit und \u00fcberlegener Reichweite. In der Mitte der Schiffe liess er Schienen anbringen, dank denen die Kanonenkugeln bis zum Vorratsende am passenden Ort eingesetzt werden konnten. Kanonen-Teams wurden gezielt darin geschult, bestimmte Schiessabl\u00e4ufe koordiniert auszuf\u00fchren. <\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\"><i>Kampf gegen die Armada<\/i><\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Entscheidend war, dass Drake die Breitseite neu einsetzte: Seine Schiffe nutzten ihre gr\u00f6ssere Wendigkeit dank geringerer Bauh\u00f6he und Gewicht, um kurz in Gesch\u00fctzreichweite zu gelangen, jedoch konsequent ausserhalb der Enterdistanz der schweren, spanischen Galeonen zu bleiben. Einzelne dieser m\u00e4chtigen Schiffe wurden isoliert, h\u00e4ufig von zwei englischen Einheiten gleichzeitig angegangen und aus leicht versetzten Winkeln beschossen. Idealerweise gelang es den beiden Schiffen leicht auseinanderlaufend, das spanische Schiff in die Mitte zu nehmen. Dann sind die Kanonen der Reihe nach \u2013 gem\u00e4ss dem gegenseitigen Verschieben \u2013 beidseitig auf Heck und Ruderanlage ausgerichtet worden, danach nahmen die Sch\u00fctzen beispielsweise den ersten Masten mit den Focks ins Visier und schliesslich einen Punkt der Wasserlinie. Wenn ein Schiff trieb, Schlagseite bekam oder nicht mehr reagieren konnte, wurde der Beschuss intensiviert \u2013 wenn dies \u00fcberhaupt noch n\u00f6tig war. Drake hatte die spanische Flotte in eine felsige Bucht gelockt, wo die man\u00f6vrierunf\u00e4higen Schiffe wenig Chance hatten.<\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">Mit der neuen Breitseite wurden zunehmend Gesch\u00fctze gruppenweise oder entlang der Fahrbahn, zeitlich versetzt, wiederholt auf Nahziele eingesetzt, um Schiffe mit kontinuierlichem Druck auszuschalten. Diese Form des beweglichen, koordinierten Artillerieeinsatzes markierte einen Wendepunkt in der Seekriegsf\u00fchrung. Das Gefecht entschied sich nicht mehr im Nahkampf auf geenterten Schiffen, sondern durch Kontrolle von Distanz, Bewegung und Feuerdisziplin.<\/span><\/p><p class=\"western\"><span style=\"font-family: Arial, serif;\">In der Auseinandersetzung mit der Armada zeigte sich die \u00dcberlegenheit dieses Ansatzes deutlich. Die spanischen Galeonen mit grossem Heer an Bord waren auf den Nahkampf ausgelegt. Sie konnten ihre numerische St\u00e4rke jedoch nicht ausspielen, da ihnen die englische Flotte ein Gefechtsstil aufzwang, f\u00fcr den die Armada nicht gebaut war. <\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Begriffe aus der Seefahrt haben l\u00e4ngst ihren Weg in den Alltag gefunden. In diesem Artikel erf\u00e4hrst Du mehr \u00fcber die Herkunft und Bedeutung von W\u00f6rtern wie Armada und Breitseite. 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