{"id":54640,"date":"2025-09-27T23:45:06","date_gmt":"2025-09-27T21:45:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sailcom.ch\/?post_type=scm_magazin&#038;p=54640"},"modified":"2026-01-31T12:09:43","modified_gmt":"2026-01-31T11:09:43","slug":"herbst-tipps-und-tricks-bei-staerkeren-winden-kopie","status":"publish","type":"scm_magazin","link":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/magazin\/herbst-tipps-und-tricks-bei-staerkeren-winden-kopie\/","title":{"rendered":"Segeln im Herbst: Tipps f\u00fcr st\u00e4rkeren Wind"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"54640\" class=\"elementor elementor-54640\" data-elementor-post-type=\"scm_magazin\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-3232a253 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"3232a253\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5d05b92f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5d05b92f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Viele erinnern sich im Herbst als Kinder Drachen steigen gelassen zu haben, denn der Wind ist h\u00e4ufiger und intensiver. <\/strong><br \/><strong>Im Erwachsenenalter auf dem Schiff sind die Fl\u00e4chen im Wind deutlich gr\u00f6sser &#8211; und damit auch die Kr\u00e4fte; wir m\u00fcssen das Handwerk kennen, wie diese Kr\u00e4fte zu beherrschen sind (um nicht beherrscht zu werden&#8230;).<\/strong><\/p><p>Von Roland Grieder<\/p><p>Das Wichtigste bei Starkwind ist einen Kurs\u00a0zu kennen, mit seinem Trimm, den man sicher fahren kann. Damit l\u00e4sst sich Stress abbauen und das weitere Vorgehen entspannt angehen. Insbesondere Kindern oder G\u00e4sten hilft es sich zu versichern, dass die Situation ohne Weiteres unter Kontrolle gebracht werden kann.<\/p><p>Am einfachsten zu segeln ist halber Wind. W\u00e4hrend die Fock\u00a0 immer gem\u00e4ss Kurs eingestellt wird, kann man das Gross auch \u00fcberm\u00e4ssig fieren (d. h. die Schoten lockern), so dass sich die wirksame Segelfl\u00e4che verringert; bei viel Wind l\u00e4sst sich der Baum bis zu 80 Grad aus dem Wind drehen, bis das Achterliek noch nicht flattert. Auf diese Weise l\u00e4sst sich sozusagen &#8216;soft-Reffen&#8217;. Auf halbem Wind hat also die maximale Flexibilit\u00e4t, um die wirksame Segelf\u00e4lche den Verh\u00e4ltnissen anzupassen. Jollen-Segler und Regattierer f\u00fchren die Grossschot \u00fcbrigens in der Hand, um die Kr\u00e4ngung des Schiffs jederzeit optimal zu halten. Bei b\u00f6igem Wind ist das allen zu empfehlen. Die Grossschott kann gut einem Gast delegiert werden, so dass sie bzw. er die Situation kontrolliert, was Sicherheit gibt. Prima an diesem Kurs ist auch, dass man sich Zeit nehmen kann: Man verliert oder gewinnt nicht H\u00f6he, man bleibt relativ zur Windrichtung am Ort. Mit ein paar Wenden kann man die Verweildauer auf diesem Kurs folglich fast beliebig ausdehnen.<\/p><p>Am meisten kr\u00e4ngt das Schiff am Wind, weil zum scheinbaren Wind Komponenten der Schiffsgeschwindigkeit hinzu kommen. Ausserdem flattern die Segel bald, wenn man Schoten fiert. Am wenigsten vom Wind sp\u00fcrt man auf r\u00e4umlichen Kursen wegen der Schifffahrt mit dem Wind; auf letzteren sei man auf der Hut vor Patenthalsen, insb. bei drehenden Winden, starken B\u00f6en (der scheinbare Wind dreht) und Wellen; eine angemessene Reserve zur Windrichung ist wesentlich.<\/p><p>Nachdem die Situation auf einem gut fahrbaren Kurs entsch\u00e4rft ist, kann man weitere Massnahmen einleiten (wenn man diese nicht schon proaktiv im Hafen erledigt hat). Die Menu-Karte:<\/p><ol class=\"wp-block-list\"><li>Reffen kann man immer. Wenn das Grosssegel so weit ausgefahren ist, dass es zu flattern beginnt, steht das n\u00e4chste Reff an.<\/li><li>Wenn wir das <em>Achterliek<\/em> entlasten, kann der Wind das Segel in seine Richtung ausdrehen. Damit &#8220;sieht&#8221; der Wind eine kleinere, noch wirksame Segelfl\u00e4che. Und dank dem, dass sich die Segel nach oben hin mehr ausdrehen (weil die wirksamen Seile unten am Segel ansetzen), nimmt genau <em>die<\/em> Segelfl\u00e4che ab, welche die gr\u00f6sste Hebelwirkung zur Kr\u00e4nung hat. Prima: Zwei wesentiche, signifikante Wirkungen resultieren. Wegen dieser Trimmm\u00f6glichkeit wird die J70 standardsm\u00e4ssig ohne Reff ausgeliefert &#8211; dieses Wissen wird vorausgesetzt.<\/li><li>Am Wind B\u00f6en ausluven: Sobald eine B\u00f6e kommt, segelt man h\u00f6her. Der scheinbare Wind dreht n\u00e4mlich g\u00fcnstig, so dass man h\u00f6her segeln <em>muss<\/em>, weil sonst der Wind in zu straff gehaltenen Segeln noch mehr dr\u00fcckt. Man kann auch \u00fcbertrieben hoch fahren, ganz leicht in den Wind schiessen, um tempor\u00e4r dem Wind auszuweichen. Mit dem Ausklang der B\u00f6e f\u00e4llt man (scheinbar) wieder ab, sonst beginnt die Fock zu flattern.<\/li><\/ol><p>\u00a0<\/p><p>W\u00e4hrend man f\u00fcr die Segelpr\u00fcfung das Reffen lernt, ist der Starkwind-Trimm, das &#8216;Twisten&#8217; nicht gel\u00e4ufig, daher hier ein genaue Anleitung:<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>Fock: Wenn wir den Holepunkt der Fockschot (Rolle) auf seiner Schiene nach achtern verschieben, zieht die Schot mit einem flacheren Winkel: Mehr Zug am Unterliek, weniger am Schothorn bzw. am Achterliek nach unten. Doppelt gut: Mit dem Unterliek wird der untere Teil des Segels flach gezogen, weniger Windwiderstand, und das entlastete Achterliek kann dem Wind nachgeben, so dass sich das Segel ausdreht; maximal so weit, bis das Achterliek im oberen Bereich des Segel zu flattern beginnt, was unmittelbar zu Sch\u00e4den f\u00fchrt.<\/li><li>Der Twist-Trimm f\u00fcr das Grosssegel:<br \/><ul class=\"wp-block-list\"><li>Grunds\u00e4tzlich ist der Baum-Niederholer zust\u00e4ndig: Wenn gel\u00f6st, steigt der Baum, was das Achterliek entlastet.<br \/><ul class=\"wp-block-list\"><li>F\u00fcr Ge\u00fcbte: Wenn das nicht reicht, kann man den Traveller etwas nach luv bewegen, in Windrichtung, so dass die Grossschott (wie bei der Fock) einen flacheren Winkel hat, was das Achterliek zus\u00e4tzlich entspannt.<\/li><\/ul><\/li><li>Falls das Vorstag <em>nicht<\/em> bis zum Masttop reicht, zieht man am Achterstag, was dreifach zielf\u00fchrend ist: Der Mast wird wie eine Banane nach achtern gekr\u00fcmmt. In der Segelmitte zieht die Banane das Gross flach; gut. Im oberen Bereich ragt der Mast weiter nach achtern, zum Achterliek hin, so dass letzteres wie gew\u00fcnscht weniger gespannt ist; Twist resultiert. Der dritte Vorteil ist ein strafferes Vorstag, welches die Fock flacher trimmt (dieser Punkt trifft auch zu, wenn das Vorstag am Masttop fixiert ist).<\/li><li>Mit einem straffer gef\u00fchrten\u00a0 Unterliekstrecker (das Seil, das meist aus dem Grossbaum durch eine Kammklemme durch eine Rolle nach unten h\u00e4ngt), kann der untere Drittel des Gross flacher getrimmt werden; nicht \u00fcbertreiben, denn ein ganz flaches Segel hat nur noch kr\u00e4ngende, aber keine vortreibende Wirkung mehr.<\/li><\/ul><\/li><\/ul><p>Die genannt Reihenfolge bew\u00e4hrt sich auch, wenn Ge\u00fcbte die Segel optimal trimmen wollen. Damit man sich den Ablauf einfach merken kann, hier ein Vorschlag f\u00fcr eine Eselsbr\u00fccke:&#8221;NIEDER-TRA-ACHT ist UNTER_LIEbe.&#8221;<\/p><p>Was man sonst noch wissen sollte:<\/p><ul class=\"wp-block-list\"><li>Fock und Gross werden in gleichem Masse getwistet. Falls die Fock zu dicht ist und zu wenig Twist hat, entsteht im weit ausgefierten Gross ein Gegenbauch zum Wind, aus der Abluft der Fock. Der Gegenbauch st\u00f6rt nicht; er reduziert sogar die wirksame Segelfl\u00e4che etwas mehr. Aber er ist unsch\u00f6n und vermeidbar.<\/li><li>Wenn man die Fock einrollen m\u00f6chte, geht man gem\u00e4ss Schulbuch auf achterlichen Kurs. Man rollt ein, w\u00e4hrend man gleichzeitig mit einer Schott gegenh\u00e4lt, damit die Fock dicht genug gerollt wird, trotz des Zugs des Windes. Denkt unbedingt daran den Schlitten, mit dem Holepunkt f\u00fcr die Fockschott <em>vor<\/em> dem Einrollen ein gutes St\u00fcck nach vorne zu verschieben. Damit wird das Achterliek straff eingerollt, so dass der Wind nicht oberhalb von bereits eingerolltem Tuch Winds\u00e4cke bilden kann; diese flattern, st\u00f6ren beim Man\u00f6vrieren und besch\u00e4digen das Segel.<\/li><li>\u00dcben, \u00fcben, \u00fcben: Zuerst bei wenig Wind entspannt ausprobieren. Kontrollieren, ob alles passt. Nat\u00fcrlich reicht der Baumniederholer bei 2 Bf nur f\u00fcr etwas Twist; wenn man aber hinter den Baum steht, um die Kurve des Achterlieks zu betrachten, sieht man diese schon deutlich. Hebt man den Baum von Hand an, kann man das Verhalten bei viel Wind simulieren. Wenn man den Starkwind-Trimm eing\u00fcbt hat, kann man sich bald an 3 bis 5 Bf und mehr wagen, Schritt f\u00fcr Schritt.<\/li><li>Nach dem Segeln das Achterstag entspannen!<\/li><\/ul><p>\u00a0<\/p><p>Beherrscht man st\u00e4rkere Winde, macht das Freude; es ist wie beim Drachen steigen lassen: Mit richtig Wind l\u00e4uft es besser!<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst macht nicht nur das Drachen steigen lassen viel Spass. <\/p>\n<p>Auch zum Segeln ist der Herbst die eindeutig interessanteste Jahreszeit: Angenehme Luft- und Wassertemperatur und frische Winde machen das Segeln zum reinen Vergn\u00fcgen.<\/p>\n","protected":false},"author":3736,"featured_media":53529,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","scm_category":[495],"scm_tag":[483,605,614],"class_list":["post-54640","scm_magazin","type-scm_magazin","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","scm_category-segelpraxis","scm_tag-seekiste","scm_tag-starkwind","scm_tag-trimm"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/54640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/scm_magazin"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3736"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54640"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/54640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59966,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/54640\/revisions\/59966"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"scm_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_category?post=54640"},{"taxonomy":"scm_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/scm_tag?post=54640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}