{"id":60123,"date":"2026-01-31T22:39:04","date_gmt":"2026-01-31T21:39:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sailcom.ch\/?post_type=scm_magazin&#038;p=60123"},"modified":"2026-03-13T12:03:53","modified_gmt":"2026-03-13T11:03:53","slug":"trimmen-der-fock-mit-dem-holepunkt","status":"publish","type":"scm_magazin","link":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/magazin\/trimmen-der-fock-mit-dem-holepunkt\/","title":{"rendered":"Trimmen der Fock mit dem Holepunkt."},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"60123\" class=\"elementor elementor-60123\" data-elementor-post-type=\"scm_magazin\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c447b48 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"c447b48\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-934dc9f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"934dc9f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong>Viele Seglerinnen und Segler l\u00f6sen zum Start die Rollreffleine der Fock und ziehen an einer Schot, so dass sich das Segel ausrollt. Wer will, kann die Fock auch noch trimmen: Bei modernen Regattaschiffen wird das hochgezogene Fockfall in einen Flaschenzug eingeh\u00e4ngt, mit dem der Zug auf das Vorliek fein eingestellt werden kann. Weiter kann auf jedem Schiff, von einer Jolle bis zu den gr\u00f6ssten Yachten, der Holepunkt der Fockschot eingestellt werden. Die breite Akzeptanz dieses letztgenannten Trimmmittels begr\u00fcndet sich aus der Wirksamkeit. Daher sollten SeglerInnen wissen, in welcher Situation der Holepunkt wo optimal positioniert ist.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Roland Grieder<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Vorgehen beim Trimmen<\/strong><\/p>\n<p>Die Grundregel lautet: Frischt der Wind auf, verschiebt man den Holepunkt nach achtern; maximal so weit, dass das Achterliek der Fock noch nicht zu flattern beginnt (man beobachte den obersten Teil des Segel, dort beginnt es). So weit das Grunds\u00e4tzlichste.<\/p>\n<p>Um die Fock perfekt zu trimmen, geht man folgendermassen vor: Man stellt die Schot so ein, dass die unteren Windf\u00e4den am Vorliek auf beiden Seiten des Segels nach achtern auswehen. Dann verschiebt man den Holepunkt so weit, bis das achterliche Windband oben am Segel (falls vorhanden) gerade noch konstant achterlich ausweht, d. h. nur selten im Lee nach vorne klappt. Falls das Windband konstant ausweht, r\u00fcckt man den Holepunkt nach vorne. Falls es bereits gelegentlich nach vorne umklappt, ist der Holepunkt zu weit vorne.<\/p>\n<p><strong>Wieso reicht die Schot nicht, um die Fock zu trimmen?<\/strong><\/p>\n<p>Um die Fock zu trimmen, gibt es zwei Parameter: Den Stellwinkel, die Zust\u00e4ndigkeit der Schot, und den \u2039Twist\u203a, d. h. das Mass, in welchem sich die Fock von unten nach oben in Windrichtung ausdreht. Den Twist kann man nicht einfach in das Segelprofil einbauen, weil er von der Windst\u00e4rke abh\u00e4ngt. Da der Wind an der Wasseroberfl\u00e4che st\u00e4rker gebremst wird als auf Masth\u00f6he, ist die Windst\u00e4rke nicht \u00fcber die gesamte Mastl\u00e4nge gleich. Dieser Effekt nimmt mit steigender Windst\u00e4rke zu. Da das Schiff f\u00e4hrt, nimmt man auf dem Schiff den scheinbaren Wind wahr, welcher sich aus dem Vektor der Fahrtgeschwindigkeit und dem Vektor des wahren Windes addiert. Aus dem zunehmend st\u00e4rkeren Wind entlang der Masth\u00f6he folgt, dass der scheinbare Wind nach oben hin immer seitlicher einf\u00e4llt. Wenn man das Segel auf den Wind abstimmt, muss das Segel entsprechend dieser Windrichtungs\u00e4nderung verdreht werden. In der Fachliteratur liest man dazu: &#8220;Twist is fast&#8221; \u2013 ein korrekt ausgedrehtes Segel ist schneller.<\/p>\n<p><strong>Die Grundstellung<\/strong><\/p>\n<p>Was die Grundstellung anbelangt, sind sich Segelmacher und Konstrukteure einig: Die gedanklich verl\u00e4ngerte Schot zeigt auf die H\u00e4lfte der Vorlieksh\u00f6he. Dies gilt heute noch, obwohl gelegentlich \u00fcber Segelschnitte zu lesen ist, bei denen die Schot unter die H\u00e4lfte der Vorlieksh\u00f6he zeigen soll, in extremen F\u00e4llen nur noch auf einen Drittel. In Fachbeitr\u00e4gen der Segelmacher findet man nichts derlei. Das generelle Ziel der Segelmacher ist ein Schnitt, bei welchem Wind von ein bis zwei Bf St\u00e4rke das Segel optimal w\u00f6lbt und &#8216;twistet&#8217;, damit das Schiff m\u00f6glichst nahe an die Rumpfgeschwindigkeit gelangt.<\/p>\n<p>Fehlt die Grundmarke, sind die Winde stark oder das Segel verzogen, achte man auf die Balance, dass sich das Achterliek weder im oberen noch im unteren Teil des Segels zuerst \u00f6ffnet. Falls am Vorliek Spione (Windf\u00e4den) in mehreren H\u00f6hen angebracht sind, dienen diese als feinere Indikatoren: Heben sich bei langsamem Anluven alle Luvf\u00e4den gleichzeitig, stimmt die Grundposition. Heben sich die oberen F\u00e4den zuerst, ist der Holepunkt zu weit achtern (zu viel Twist) und muss weiter nach vorne. Reagieren die unteren F\u00e4den zuerst, muss man den Holepunkt nach achtern verschieben. Balance der Kr\u00e4fte bedeutet f\u00fcr Skipperinnen und Skipper nebst Geschwindigkeit auch ein neutrales Rudergef\u00fchl, weil das Schiff weder Luv- noch Leegierigkeit zeigt.<\/p>\n<p>Bootsteams k\u00f6nnen also die abgeschlagene Fock falten, das Vorliek in der Mitte markieren und dann die Schot-Richtung mit einem Laserpointer verl\u00e4ngern, um die Grundstellung zu finden und zu markieren. Zur Sicherheit l\u00e4sst sich die Einstellung, wie erl\u00e4utert, bei wenig Wind und zumindest tempor\u00e4r angebrachten Windf\u00e4den fein justieren.<\/p>\n<p><strong>Trimm bei Sturm &#8211; \u00abSoft-Reffen\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Sehr wirksam wird der Holepunkt bei Sturm, wenn zu viel Druck auf dem Vorsegel lastet: Dann \u00fcbertreibt man den Twist bzw. die achterliche Position des Holepunkts, um das das Achterliek zu entlasten (Achtung: Das Achterliek darf nicht zu flattern beginnen): Dem Segel erlaubt man so, sich in Windrichtung wegdrehen zu lassen, wodurch die wirksame Segelfl\u00e4che reduziert wird. Da sich das Segel zunehmend nach oben ausdreht, bewegt sich zus\u00e4tzlich der Segeldruckpunkt nach unten, was die Hebelwirkung der verbleibenden Windeinwirkung mindert. Das Bootsteam nimmt wahr, dass das Schiff aufrechter und ruhiger l\u00e4uft. Das Ruderblatt muss weniger angestellt werden.<\/p>\n<p>L\u00e4sst sich die Fock reffen, indem sie teilweise eingerollt wird, verschiebt man den Holepunkt zun\u00e4chst um so viel nach vorne, wie die Fock eingerollt ist. Danach noch etwas mehr, bis der Twist wieder zum aufgefrischten Wind passt.<\/p>\n<p><strong>Abh\u00e4ngigkeit vom angelegten Kurs<\/strong><\/p>\n<p>Am-Wind entfaltet der Holepunkt bei Sturm die gr\u00f6sste Wirkung; Vortrieb entsteht prim\u00e4r am Fl\u00fcgelprofil des gut eingestellten Vorlieks. Und dasSchiff kr\u00e4ngt am Wind deutlich mehr, so dass \u2039De-Powering\u203a auf diesem Kurs beginnt. Bei halben Winden reduziert sich die Wirkung, da nun vorwiegend das Tuch im mittleren und unteren Bereich zieht. Bei achterlichen Winden spielt der Holepunkt nur eine untergeordnete Rolle<\/p>\n<p><strong>Wirksam bei Wellengang<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei h\u00f6herem Wellengang werden die Segel st\u00e4rker ausgedreht, damit die wechselnde Maststellung nicht wegen zu enger Segelf\u00fchrung zu Str\u00f6mungsabrissen f\u00fchrt. Ein nur partieller Str\u00f6mungsabriss bringt immer noch Vortrieb und ist bald korrigiert, indem sich noch erhaltene Umstr\u00f6mungen des Segels rasch wieder ausbreiten. Falls oben am Achterliek der Fock ein Windspion angebracht ist, sieht man, ob dieser achterlich ausweht oder gelegentlich nach vorne schwappt, was einen beeintr\u00e4chtigenden Str\u00f6mungsabriss signalisiert.<\/p>\n<p><strong>Schwachwindtrimm &#8211; Geheimtipp<\/strong><\/p>\n<p>Bei sehr schwachem Wind mit typischerweise unstetiger Richtung, erweist sich Twist als bestes Gegenmittel zu den Richtungsschwankungen: Die zarte, empfindliche Zirkul\u00e4rstr\u00f6mung um die Fock darf nicht abreissen, so dass etwas zu viel Twist zwar die wirksame Segelfl\u00e4che reduziert, daf\u00fcr aber der Streubreite der Windrichtung immer eine passend gestellte Segelzone anbietet. Geht die Umwirbelung oben oder unten am Segel verloren, dehnt sich der erhaltene Wirbel rasch wieder aus. Reisst die Umstr\u00f6mung bei schwachem Wind einmal ganz ab, steht das Boot still bis zum n\u00e4chsten Windimpuls, was dauern kann. Twist wird zur Risikomassnahme.<\/p>\n<p><strong>Holepunkt weit nach vorne \u2013 ein Leichtwind-Sonderfall<\/strong><\/p>\n<p>Ein stark nach vorne verlegter Holepunkt ist ein <strong>Spezialtrimm f\u00fcr schwachen Wind<\/strong> und einen <strong>engen Kursbereich knapp unter Am-Wind<\/strong>. Ziel ist <strong>maximaler Vortrieb.<\/strong><\/p>\n<p>Durch das Vorschieben des Holepunkts dominiert der <strong>vertikale Schotanteil<\/strong>; die <strong>Unterliekspannung nimmt ab<\/strong>. Das Segel wird im unteren und mittleren Bereich <strong>tiefer<\/strong>, der <strong>Tiefpunkt wandert moderat nach achtern<\/strong>.<br \/>Segeltiefe <strong>erh\u00f6ht die Segelwirkung, den \u2039Auftrieb\u203a<\/strong>, <strong>aber nur bei geringem Widerstand<\/strong>. Ob daraus ein Geschwindigkeitsgewinn entsteht, ist <strong>bootspezifisch<\/strong> zu pr\u00fcfen, idealerweise durch <strong>Geschwindigkeitsvergleiche<\/strong>.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Profiltiefe ver\u00e4ndert sich der <strong>Anstellwinkel des Vorlieks<\/strong>; die <strong>maximal segelbare H\u00f6he nimmt ab<\/strong>. Dieser Trimm ist daher nur sinnvoll, wenn der H\u00f6henverlust akzeptiert werden kann.<\/p>\n<p>Wird bei weit vorne liegendem Holepunkt die <strong>Schot zu stark durchgesetzt<\/strong>, kann sich das Achterliekprofil zu stark schlie\u00dfen und einen <strong>Str\u00f6mungsabriss<\/strong> beg\u00fcnstigen. Die <strong>Windf\u00e4den am Achterliek der Fock<\/strong> sind zu beobachten; <strong>ausreichender Twist<\/strong> muss erhalten bleiben.<br \/><br \/>M\u00f6chtest Du das einmal selbst ausprobieren?<br \/>Mit den Open-Booten der SailCom stehen Dir ausgezeichnete und moderne Segelyachten zur Verf\u00fcgung, auf denen Du das gelesene in der Praxis vertiefen kannst:<\/p>\n<ul>\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.sailcom.ch\/?_boat_type_dropdown=open\">https:\/\/www.sailcom.ch\/?_boat_type_dropdown=open<\/a><\/strong><\/li>\n<\/ul>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Holepunkt der Fockschot geh\u00f6rt zu den wichtigsten Trimmelementen des Vorsegels. Seine Position bestimmt Zugrichtung, Profiltiefe und Twist der Fock. Erfahre hier, wie du mit kleinen \u00c4nderungen am Holepunkt H\u00f6he, Geschwindigkeit und Balance deiner Yacht verbessern kannst.<\/p>\n","protected":false},"author":3736,"featured_media":61239,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","scm_category":[495],"scm_tag":[],"class_list":["post-60123","scm_magazin","type-scm_magazin","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","scm_category-segelpraxis"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/scm_magazin"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3736"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60123"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60123\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61335,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_magazin\/60123\/revisions\/61335"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61239"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"scm_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_category?post=60123"},{"taxonomy":"scm_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sailcom.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/scm_tag?post=60123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}